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Kryptowerte gelten in der öffentlichen Debatte häufig noch immer als kurzfristiges Spekulationsobjekt. Eine aktuelle repräsentative Studie zeichnet jedoch ein anderes Bild: Immer mehr Anleger investieren langfristig – viele sogar ausdrücklich für ihre Altersvorsorge. Genau diese Gruppe würde von einer Abschaffung der einjährigen Haltefrist besonders betroffen sein.
Die politische Diskussion über die Besteuerung von Kryptowerten wird häufig mit dem Bild des kurzfristigen Traders geführt. Wer in Kryptowerte investiert, so die verbreitete Annahme, kauft und verkauft regelmäßig, um möglichst schnelle Gewinne zu erzielen.
Eine aktuelle repräsentative Studie im Auftrag der Krypto-Plattform BISON der Börse Stuttgart zeigt jedoch ein deutlich differenzierteres Bild. Für viele Anleger stehen längst nicht mehr kurzfristige Spekulationen im Vordergrund, sondern langfristiger Vermögensaufbau und private Altersvorsorge.
Langfristige Anleger sind in der Mehrheit
Für die Studie wurden 2.000 Personen zwischen 18 und 70 Jahren repräsentativ für die deutsche Bevölkerung befragt. 15 Prozent der Befragten gaben an, aktuell in Kryptowerte investiert zu sein.
Unter diesen Anlegern zeigt sich ein bemerkenswertes Bild:
- 48 Prozent nutzen Kryptowährungen als langfristige Anlage, beispielsweise für die Altersvorsorge.
- Nur 37 Prozent investieren hauptsächlich mit dem Ziel kurzfristiger Gewinne.
- Weitere 35 Prozent sehen Kryptowährungen als Bestandteil eines diversifizierten Anlageportfolios.
- 34 Prozent nutzen sie als Absicherung gegen Inflation.
Damit verfolgen heute bereits mehr Anleger eine langfristige Strategie als kurzfristiges Trading.
Langfristiger Vermögensaufbau statt kurzfristiger Spekulation
Noch deutlicher wird das Bild, wenn nach den eigentlichen Anlagezielen gefragt wird.
Die Mehrheit der aktuellen Krypto-Anleger verfolgt das Ziel einer langfristigen Wertsteigerung:
- 54,3 Prozent möchten langfristig Vermögen aufbauen.
- 37,8 Prozent nennen ausdrücklich die Altersvorsorge als Ziel.
- 34,6 Prozent investieren als Inflationsschutz.
- Nur 34,2 Prozent verfolgen kurzfristige Gewinne.
- 33,6 Prozent möchten mehr Kontrolle über ihr eigenes Vermögen.
- 31,7 Prozent schätzen die Unabhängigkeit von klassischen Banken.
Die Ergebnisse zeigen: Für viele Anleger sind Kryptowerte längst mehr als reine Spekulationsobjekte. Sie werden zunehmend als langfristiger Baustein des persönlichen Vermögensaufbaus verstanden.
Wer sind die langfristigen Kryptosparer?
Besonders interessant ist der Blick auf die verschiedenen Altersgruppen.
Während jüngere Anleger zwischen 18 und 29 Jahren kurzfristiges Trading und langfristige Anlage nahezu gleich häufig nennen, verändert sich das Bild bereits ab dem Alter von 30 Jahren deutlich.
Bei den 30- bis 39-Jährigen nutzt bereits fast jeder Zweite Kryptowährungen langfristig. In den höheren Altersgruppen steigt dieser Anteil sogar noch weiter an. Bei den 50- bis 59-Jährigen verfolgen rund zwei Drittel eine langfristige Anlagestrategie.
Gerade Menschen, die sich bereits intensiver mit ihrer Altersvorsorge beschäftigen, investieren also überwiegend nicht spekulativ, sondern mit einem langfristigen Anlagehorizont.
Millionen langfristige Anleger
Die Studie zeigt außerdem, dass 15 Prozent der Deutschen zwischen 18 und 70 Jahren aktuell Kryptowerte besitzen.
Rechnet man diese Ergebnisse auf die deutsche Bevölkerung hoch, wird deutlich, dass es sich nicht um eine kleine Gruppe von Spekulanten handelt. Vielmehr sprechen wir von mehreren Millionen Menschen, die bereits heute in Kryptowerte investieren.
Wenn nahezu jeder zweite dieser Anleger langfristig spart, betrifft die Diskussion um die steuerliche Behandlung von Kryptowerten nicht einige wenige Trader, sondern Millionen langfristig orientierter Privatanleger.
Was bedeutet das für die Haltefrist?
Derzeit bleiben Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften mit Kryptowerten nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr grundsätzlich steuerfrei.
Immer wieder wird jedoch diskutiert, diese einjährige Haltefrist abzuschaffen.
Die Ergebnisse der BISON-Studie zeigen, wer von einer solchen Änderung tatsächlich betroffen wäre.
Nicht in erster Linie kurzfristige Trader.
Sondern Menschen,
- die langfristig Vermögen aufbauen möchten,
- die privat für das Alter vorsorgen,
- die über viele Jahre investieren,
- und die ihre Kryptowerte gerade nicht regelmäßig handeln.
Eine Abschaffung der Haltefrist würde damit vor allem diejenigen treffen, die sich besonders langfristig und verantwortungsbewusst verhalten.
Ein wichtiges Signal für die politische Debatte
Die repräsentative Studie liefert einen interessanten Beitrag zur aktuellen steuerpolitischen Diskussion.
Sie zeigt, dass das Bild des kurzfristigen Krypto-Spekulanten längst nicht mehr die Realität vieler Anleger widerspiegelt. Kryptowerte werden zunehmend als langfristige Vermögensanlage genutzt – häufig mit dem Ziel der privaten Altersvorsorge.
Gerade deshalb sollte die politische Diskussion um die Zukunft der Haltefrist die tatsächliche Nutzung von Kryptowerten berücksichtigen. Wer langfristig spart, sollte steuerlich nicht schlechter gestellt werden als heute. Die vorliegenden Daten sprechen dafür, dass die einjährige Haltefrist vor allem den langfristigen Vermögensaufbau unterstützt – und damit genau jene Anleger schützt, die nicht kurzfristig spekulieren, sondern über Jahre hinweg Vermögen aufbauen möchten.
Über die Studie: Die Studie wurde von Marketagent im Auftrag von BISON durchgeführt